Zellulärer Aufbau und Hauptstrukturen
Anatomisch und histologisch werden im Hippocampus mehrere Schlüsselregionen und Zellpopulationen unterschieden:
- Hippocampusfelder (CA1–CA3): Ihre Grundlage bilden Pyramidenzellen.
- Gyrus dentatus: Hier befinden sich Körnerzellen.
- Leitungselemente: Tractus perforans, Moosfasern und Schaffer-Kollaterale (Rekurrente Kollaterale), die Synapsen mit den Dendriten der Pyramidenzellen des Feldes CA3 bilden.
- Hilfsstrukturen: Alveus hippocampi (alveus hippocampi) und Fimbria (fimbria hippocampi).
Eine wichtige Rolle spielen Interneurone des Hippocampus und des Gyrus cinguli. Sie sind nicht an eine bestimmte Zellschicht gebunden. Biochemisch enthalten diese Zellen nicht nur den Haupthemmtransmitter GABA, sondern auch calciumindizierende Proteine sowie verschiedene Neuropeptide.
Affredientes Fasersystem
Der Hippocampus erhält Signale aus zahlreichen Quellen und bildet ein ausgedehntes afferentes Netzwerk:
- Entorhinale Fasern. Dies ist die Hauptinformationsquelle. Die entorhinale Region (Brodmann-Areal 28, Allokortex) liegt im Gyrus parahippocampalis und fungiert als „Tor“ zwischen Neokortex und Hippokampus. Die Mehrheit der Fasern bildet den Perforanten Pfad, der durch das Subikulum des Hippokampus (Subiculum) verläuft. Die Fasern sind glutamaterg (exzitatorisch) und enden an den distalen Dendritenästen der Pyramiden- und Körnerzellen.
- Septale Fasern. Sie stammen vom Septum mediale und dem diagonalen Broca-Band. Cholinerge Axone verzweigen sich diffus, während GABAerge Axone streng auf inhibitorische Interneurone des Hippocampus gerichtet sind.
- Kommissuralfasern. Sie verbinden den rechten und linken Hippocampus. Sie entsprungen den CA3-Pyramidenzellen und Mooszellen des Gyrus-dentatus-Hilus und enden an den proximalen Dendriten der Neurone der Gegenseite.
- Stammhirnafferenzen. Katecholaminerge Fasern aus verschiedenen Hirnstammkernen, die sich im Hippocampus diffus verteilen.
Trisynaptischer Weg und inhibitorische Kontrolle
Die Weiterleitung des exzitatorischen Signals (Glutamat) im Hippocampus ist streng geordnet und durchläuft drei aufeinanderfolgende Etappen:
- Erste Synapse: Der entorhinale Cortex überträgt den Impuls auf die Körnerzellen des Gyrus dentatus.
- Zweite Synapse: Von den Körnerzellen gelangt das Signal über das Moosfasersystem zu den Pyramidenzellen des Feldes CA3.
- Dritte Synapse: Axone der CA3-Zellen geben Schaffer-Kollaterale ab, welche die Pyramidenzellen des Feldes CA1 erregen.
Auf allen drei Etappen wird diese Kaskade durch GABAerge Hemminterneurone kontrolliert. Sie lokalisieren sich an den Soma exzitatorischer Neurone (Korbzellen), an ihren initialen Axonsegmenten (chandelier cells / Kronleuchterzellen) oder direkt an den Dendriten.
Efferente Bahnen und funktionelle Verbindungen zur Amygdala
Die Ausgangssignale werden von Axonen des Feldes CA1 gebildet, welche zum Subiculum (subiculum) ziehen. Von dort bündeln sich die Fasern zur Fimbria hippocampi und gehen in den Fornix (fornix) über – die principale efferente Bahn. Um das Dienzephalon herumführend erreicht der Fornix die Corpora mammillaria (corpus mamillare) und verbindet dadurch den Hippocampus mit dem Hypothalamus und dem vegetativen Nervensystem.
Eng mit dem Hippokampus verbunden ist die Amygdala (Corpus amygdaloideum). Ihre mediale und laterale Zone gehören zum limbischen System. Der Hauptabflussweg der Amygdala ist die Stria terminalis (Stria terminalis), die sich aufzweigt und auf das Gebiet des Septum pellucidum, den rostralen Hypothalamus und die Habenulakerne projiziert.
Funktionen der Amygdala: Bei Stimulation ruft sie einen Zustand akuten Affekts (Wut, Aggression) hervor, der stets von vegetativen Verschiebungen (Blutdruckanstieg, Tachykardie, Atemfrequenzsteigerung) begleitet wird. Zudem modulieren ihre Kerne das Nahrungs- und Sexualverhalten, und über den Nucleus dorsalis thalami interagiert die Amygdala mit dem orbitofrontalen Cortex.
Merkhilfe für den trisynaptischen Weg: „Entorhinale Körner mögen Pyramiden-Schaffer“ (Entorhinale Cortex → Körnerzellen → Moosfasern → CA3-Pyramiden → Schaffer-Kollaterale zu CA1).
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Cytoarchitektonik und Grenzen der CA1–CA3-Felder des Hippocampus.
- Morphologische Unterschiede inhibitorischer Interneurone: Korbzellen vs. Kronleuchterzellen.
- Projektionen der Amygdala: Topographie der Stria terminalis und Verbindungen zu den Habenulakernen.
- Neurochemisches Profil septaler Afferenzen: Cholinerge und GABAerge Einflüsse auf den Hippocampus.
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