Klassisches System und Einthoven-Dreieck
Die Grundlage der Standardregistrierung bildet das klassische Einthoven-Dreieck. Die Sensoren werden am rechten Arm, linken Arm und linken Bein fixiert und bilden einen geschlossenen Stromkreis, in dessen Inneren sich das Herz befindet. Die Potentialdifferenz wird in Form von drei Standardableitungen aufgezeichnet. Die Lage des Organs hängt direkt vom Körpertyp des Menschen ab — so liegt das Herz beispielsweise bei Hypersthenikern aufgrund des hoch stehenden Zwerchfells im Vergleich zu Normosthenikern und Asthenikern horizontaler.
Besonderheiten bei Implantaten, Verbänden und Amputationen
Anatomische Veränderungen und Medizinprodukte erfordern eine Anpassung der Fixierungspunkte:
- Bei Brustimplantaten werden die Brustwand-Sensoren V3 bis V6 entlang derselben vertikalen Linien (Medioklavikularlinie, vordere und mittlere Axillarlinie) unterhalb ihrer Projektion verschoben.
- Bei Patienten mit Gliedmaßenamputationen werden Sensoren maximal distal auf dem Stumpf angebracht oder es werden alternative Schemen verwendet – nach Mason-Likar oder Han.
- Bei Kompressionsverbänden an den Extremitäten werden die Elektroden auf freien Hautarealen oder direkt über der Kleidung (es ist zulässig, diese für die Dauer des Eingriffs herunterzuziehen) platziert; am Brustkorb in maximaler Nähe zu den Standardpunkten.
- Bei Vorhandensein von externen Fixationsapparaten aus Metall werden die Sensoren proximal der Konstruktionen befestigt.
Die Hauptregel lautet: Jede Verschiebung der Punkte muss in der Beschreibung eindeutig identifiziert werden, und bei Verlaufskontrollen müssen die Positionen der Sensoren unverändert bleiben.
Unstandardisierte Bedingungen und Dextrokardie
Manchmal wird das Verfahren unter spezifischen Bedingungen durchgeführt:
- In Fällen, in denen eine Lagerung des Patienten auf der Liege nicht möglich ist, ist die Aufzeichnung im Sitzen zulässig (der Patient wird gebeten, den Rücken maximal nach hinten zu neigen, und im Befund wird ein entsprechender Vermerk gemacht).
- Bei Patienten mit Dextrokardie werden die Kabel an den Armen vertauscht (rot wird am linken und gelb am rechten Arm befestigt), und die Brustwandpunkte werden spiegelbildlich als V2R–V6R platziert.
Für die kontinuierliche Überwachung in Rettungswagen oder auf Intensivstationen werden kompakte 3- und 5-Kanal-Systeme eingesetzt, die die Möglichkeiten für die Auskultation erweitern.
Merken Sie sich bei Dextrokardie den „Spiegeleffekt“: Rechts wird zu Links (rot und gelb werden vertauscht, und die Brustwandableitungen erhalten den Index R).
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Wie platziert man Elektroden bei vorhandenen Brustimplantaten?
Die Brustwandelektroden V3–V6 werden unterhalb der Projektion des Implantats auf der vorderen Brustwand verschoben, wobei dieselben vertikalen Linien (Medioklavikularlinie sowie vordere und mittlere Axillarlinie) beibehalten werden.
Was ist bei der EKG-Registrierung bei einem Patienten im Sitzen zu tun?
Diese Methode ist zulässig, wenn eine Verlegung auf die Liege nicht möglich ist. Der Patient wird gebeten, den Rücken nach hinten zu neigen, und im Kommentar zum Ergebnis wird die unstandardisierte Position unbedingt angegeben.
Welche Änderungen werden bei Dextrokardie vorgenommen?
Die rote Elektrode wird an den linken Arm, die gelbe an den rechten Arm verlegt, und die Brustwandpunkte werden spiegelbildlich als V2R–V6R angebracht.
Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt
- Alternative Ableitungssysteme nach Mason-Likar
- Besonderheiten der Ableitungen nach Kuhn
- Unterschiede zwischen 3-Kanal- und 5-Kanal-Rhythmusmonitoring
- Prinzipien der verstärkten Extremitätenableitungen und der Wilson-Brustwandableitungen
- Grundlagen der Vektorkardiographie
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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.