Ätiologie und assoziierte Erkrankungen
Die Hüftdysplasie kann als isolierte Erkrankung auftreten. In solchen Fällen tragen Steißlage des Fötus, Oligohydramnion (Fruchtwassermangel) und das weibliche Geschlecht des Kindes (Erstgeborene haben ein erhöhtes Risiko) zu ihrer Entwicklung bei.
Nicht selten handelt es sich bei der Pathologie nicht um ein eigenständiges Problem, sondern sie ist mit anderen Anomalien assoziiert. Für den Diagnostiker ist es wichtig, auf den Zustand der Gelenke bei Patienten mit Torticollis, Tumoren des Musculus sternocleidomastoideus und Pes calcaneovalgus zu achten. Die Erkrankung kann auch mit Arthrogryposis multiplex congenita und Trisomie 21 einhergehen.
Ultraschall-Screening
Die flächendeckende Einführung des Ultraschall-Screenings hat das klinische Bild der Erkrankung in der Bevölkerung grundlegend verändert. Dies hat zu einem signifikanten Rückgang der Häufigkeit schwerwiegender Komplikationen wie bilateraler Luxationen und der Bildung von falschen Pfannen (Pseudoacetabula) geführt.
- Untersuchungstechnik: Der Arzt verwendet einen hochfrequenten Linearschallkopf und erzeugt eine koronale Schnittbildaufnahme des Gelenks. Während der Untersuchung liegt der Säugling auf der Seite, wobei sich sein Bein in Beugung und Abduktion befindet. Ein wichtiger Schritt der Untersuchung ist die Erfassung dynamischer Aufnahmen zur Beurteilung der Position des Femurkopfes unter leichter Belastung.
- Befundung: Die Auswertung der Ergebnisse ist streng an das Alter des Patienten gebunden. Ein klassisches Beispiel ist die Einteilung nach Graf. Entspricht der Befund dem Typ IIa (Graf IIa – „unreifes Gelenk“), wird dies bis zum Alter von 3 Monaten als Norm angesehen. Ein ähnliches sonografisches Bild bei einem Kind über 3 Monaten wird bereits als pathologischer Typ IIb gewertet.
Rolle von Röntgen, CT und MRT
Bei leichten Graden der Dysplasie sind für eine erfolgreiche Behandlung oft Krankengymnastik und die Anwendung von Pavlik-Gabeln (Pavlik harness) ausreichend. Mit dem Wachstum des Kindes wird der Knorpel jedoch durch Knochengewebe ersetzt, und die bildgebende Überwachung ändert sich.
- Die Röntgendiagnostik steht im Alter von 9–12 Monaten im Vordergrund. In diesem Zeitraum beginnt die Ossifikation der proximalen Femurepiphyse die Durchführung des Ultraschalls zu erschweren. Aufnahmen sind erforderlich, um das Ansprechen auf die Behandlung und die präoperative Planung bei schweren Formen zu beurteilen.
- CT und MRT sind keine routinemäßigen Methoden. Sie sind äußerst nützlich, um die Position des Femurkopfes nach seiner operativen Reposition exakt zu beurteilen, falls beim Kliniker Zweifel verbleiben.
Wichtig: Eine mögliche Sekundärkomplikation der chirurgischen Behandlung kann eine Osteonekrose sein. Diese verläuft jedoch relativ gutartig und beeinträchtigt die körperliche Funktion oder Lebensqualität des Patienten nicht wesentlich.
Zur Einprägung der Indikationen für das frühe Ultraschall-Screening verwenden Sie das Akronym „TOP“: Steißlage (Tazovoe predlezhanie), Belastete Familienanamnese (Otyagoshchenny semeyny anamniz), Positive Tests (Ortolani und Barlow).
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
In welchem Alter sollte die Ultraschalluntersuchung am besten durchgeführt werden?
Als optimaler Zeitpunkt für das Ultraschall-Screening der Hüftgelenke gilt ein Alter von etwa 6 Wochen.
Warum wird bei Kindern über einem Jahr kein Ultraschall zur Diagnostik der Dysplasie eingesetzt?
Im Alter von 9–12 Monaten erfolgt die Ossifikation der proximalen Femurepiphyse. Das Knochengewebe erschwert die Durchführung des Ultraschalls, weshalb die Röntgendiagnostik zur primären Untersuchungsmethode wird.
Worin unterscheidet sich ein Gelenk vom Typ IIa von Typ IIb nach Graf?
Der Unterschied zwischen Typ IIa („unreifes Gelenk“) und Typ IIb wird ausschließlich durch das Alter des Säuglings bestimmt. Die Grenze für den Übergang von einem Typ zum anderen ist das Alter von 3 Monaten.
Wozu werden CT oder MRT bei Dysplasie verordnet?
Diese Methoden sind nützlich, um die Position des Femurkopfes nach der operativen Reposition zu beurteilen, wenn beim Chirurgen klinische Zweifel am Erfolg des Eingriffs bestehen.
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