Bedeutung der ätiologischen Diagnostik
Die Bestimmung der Natur des Erregers (Virus oder Bakterium, insbesondere der Nachweis von beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A) bestimmt das gesamte weitere Vorgehen beim Patienten. Bei bestätigter Streptokokken-Tonsillopharyngitis ist die Verordnung von Antibiotika obligatorisch. Handelt es sich hingegen um einen viralen Prozess, sind Antibiotika nicht indiziert, da die Erkrankung innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst abklingt.
Wahl der antibiotischen Präparate
Die Hauptpräparate für die Behandlung der Streptokokken-Tonsillitis bleiben Betalaktame (Penicilline). Alle S. pyogenes-Stämme behalten eine hundertprozentige Empfindlichkeit gegenüber diesen, was durch die hohe klinische Wirksamkeit der Therapie bei vulgärer Angina bestätigt wird.
In Situationen, in denen die Anwendung von Betalaktamen nicht möglich ist, werden alternative Mittel verordnet:
- Lincosamide (insbesondere Clindamycin), gekennzeichnet durch eine geringe Resistenzrate der Mikroflora (ca. 3–4 %).
- Makrolide und Tetracycline werden mit Vorsicht angewendet, da die Resistenzrate gegenüber diesen weiterhin signifikant bleibt (ca. 20 % bzw. 13–22 %).
Fehler im Vorgehen bei Patienten
Der Nachweis einer Begleit- oder Kolonisationsflora wie S. aureus oder S. pneumoniae auf der Oropharyngealschleimhaut bei Vorliegen der Klinik einer akuten Tonsillopharyngitis stellt keine Indikation für den Beginn einer Antibiotikatherapie dar. Das Verständnis dieses grundlegenden Punktes hilft, unnötige Antibiotikaverordnungen wirksam zu vermeiden.
Penicilline – 100 % Erfolg gegen Streptokokken, Lincosamide – ein verlässlicher Rückhalt bei Allergien, und Makrolide erfordern eine Resistenzprüfung (20 %).
Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen
Müssen bei viraler Tonsillitis Antibiotika verordnet werden?
Nein, bei einem viralen Prozess ist eine Antibiotikatherapie nicht indiziert, da die Erkrankung innerhalb von ein bis zwei Wochen spontan abklingt.
Welche Präparate sind die Mittel der Wahl bei Streptokokken-Tonsillitis?
Die Mittel der Wahl bleiben Betalaktame (Penicilline), gegenüber denen eine hundertprozentige Empfindlichkeit aller Streptokokkenstämme erhalten bleibt.
Ist der Nachweis von S. aureus auf der Schleimhaut eine Indikation für Antibiotika?
Nein, der Nachweis einer Kolonisationsflora wie S. aureus oder S. pneumoniae erfordert keine Verordnung einer Antibiotikatherapie.
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