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Chemie · Kapitel 1. Stoffe. Eigenschaften und Struktur

Chemische Elemente

Chemisches Element — eine Gesamtheit von Atomen mit absolut gleichen chemischen Eigenschaften. Aus diesen Grundbausteinen entsteht die gesamte kolossale Vielfalt der Stoffe in der Natur, und ihr Verhalten bei chemischen Reaktionen ermöglicht die eindeutige Identifizierung jedes Elements.

SymboleElemente werden durch den ersten oder die ersten beiden Buchstaben ihres lateinischen Namens bezeichnet.
Am häufigstenSauerstoff ist das am weitesten verbreitete Element und macht 47,1 % der Masse der Erdkruste aus.
Sensation von 1962Die erste Edelgasverbindung wurde synthetisiert: Xenonhexafluoroplatinat.
IsotopeAtome desselben Elements können sich in ihrer Masse unterscheiden, während sie ihre Eigenschaften beibehalten.
6 Min. LesezeitFür MedizinstudierendeAktualisiert am 24.09.2026
Material vorbereitet von Redaktion von WhiteCoat Pro gemäß den Lehrmaterialien der PlattformGeprüft von Facharzt/Redakteur: Aulov A. A., Arzt für Innere Medizin · 24.09.2026

Daseinsformen chemischer Elemente

Chemische Elemente kommen selten isoliert vor. In der Natur können sie in drei Hauptformen existieren:

  • Als Bestandteil komplexer Verbindungen. Die meisten Elemente neigen dazu, vielfältige Verbindungen zu bilden. Sauerstoff ist beispielsweise ein struktureller Bestandteil von Wasser, Kohlendioxid, Sand, Schwefelsäure, Zuckern und sogar komplexen Arzneimitteln (wie Aspirin).
  • In Form von Elementen (Reinstoffen). Einige Elemente können in freier Form vorkommen und Moleküle aus gleichen Atomen bilden. Ein klares Beispiel hierfür sind gasförmiger Sauerstoff ($O_2$) und Ozon ($O_3$).
  • Edelgase. Eine einzigartige Gruppe von Elementen: Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon und Radon. In der Natur kommen sie ausschließlich in Form einzelner, isolierter Atome vor. Sie sind als Spurenelemente in der Luft, gelöst im Wasser sowie in den Hohlräumen von Kristallgittern verschiedener Minerale zu finden.

Isotope und Symbole

Jedes chemische Element besitzt ein Symbol, das aus dem ersten oder den ersten beiden Buchstaben seines lateinischen Namens besteht. Interessanterweise stimmt dieses Symbol in einigen Fällen phonetisch überhaupt nicht mit dem gewohnten deutschen Namen überein. So wird Eisen beispielsweise als Fe (Ferrum) und Quecksilber als Hg (Hydrargyrum) bezeichnet.

Chemische Elemente besitzen oft Atomvarianten — Isotope. Isotope sind Atomvarianten desselben Elements, die sich nur in ihrer Atommasse voneinander unterscheiden, aber in ihren übrigen chemischen Eigenschaften nahezu vollständig übereinstimmen. Ein klassisches Beispiel ist gewöhnlicher (leichter) und schwerer Wasserstoff. Wasser, das schweren Wasserstoff enthält («schweres Wasser»), unterscheidet sich in seinen physikalischen Eigenschaften von natürlichem Wasser, bleibt aber chemisch gesehen dieselbe Substanz.

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Häufigkeit in der Erdkruste

Die Elemente sind in der Natur extrem ungleichmäßig verteilt. Nachfolgend sind die Gehalte einiger Schlüsselelemente in der Erdkruste aufgeführt (Massenanteil in %):

NameSymbolMassenanteil (%)
SauerstoffO47,1
SiliciumSi27,7
AluminiumAl8,2
EisenFe4,1
CalciumCa4,1

Periodengesetz und Tabellenvarianten

Heutzutage gibt es in der Chemie mehrere Darstellungsformen des Periodensystems:

  1. Langperiodische Form. Alle Elemente einer Periode sind in einer Zeile angeordnet, während Hauptgruppen (A) und Nebengruppen (B) separate Spalten bilden.
  2. Kurzperiodische Form. Die vierte, fünfte und sechste Periode sind in zwei Reihen unterteilt, und A- sowie B-Gruppen mit denselben Nummern sind zu gemeinsamen Spalten zusammengefasst.
  3. IUPAC-Variante (IUPAC). Von der Internationalen Union für reine und angewandte Chemie empfohlen. Dabei werden die Gruppen einfach von 1 bis 18 durchnrumert, und der Name von D. I. Mendelejew wird im Titel meist weggelassen.

In jeder Periode des Systems befinden sich genau 10 Übergangsmetalle. Nach Mendelejews klassischer Konzeption enthält die Tabelle 8 Gruppen, wobei zur Gruppe VIIIB jeweils drei Übergangsmetalle aus jeder Periode gehören.

Prognosefunktion und Analoniemethode

Seit über 100 Jahren dient das Periodengesetz als wichtigster Leitfaden in der chemischen Forschung. Es reduziert den Lernaufwand drastisch und besitzt eine Prognosefunktion — sie erlaubt es, die Eigenschaften noch nicht erforschter Substanzen auf der Basis ihrer bekannten Analoga vorherzusagen.

Betrachten wir die Analogiemethode in der Praxis. Angenommen, wir müssen die Reaktion zwischen Rubidiumhydroxid ($RbOH$) und Selenwasserstoff ($H_2Se$) aufstellen. Die Verbindungen dieser Elemente sind uns möglicherweise unbekannt, weshalb wir nach Analoga in der Gruppe suchen:

  • Rubidium ($Rb$) ist ein Analog von Natrium ($Na$) und Kalium ($K$), folglich ist $RbOH$ eine typische Base (Lauge).
  • Selenwasserstoff ($H_2Se$) ist ein Analog von Schwefelwasserstoff ($H_2S$) und weist daher ausgeprägte saure Eigenschaften auf.
  • Das Ergebnis ist die Reaktionsgleichung: $2RbOH + H_2Se = Rb_2Se + 2H_2O$.

Wichtig ist zu bedenken, dass Elemente derselben Gruppe zwar Analoga, aber keine exakten Kopien sind. Beim Gang durch eine Gruppe von oben nach unten verändern sich die Eigenschaften quantitativ, und der metallische Charakter nimmt zu. So wird in der IV. Gruppe der Nichtmetall Kohlenstoff ($C$) durch das Metall Blei ($Pb$) abgelöst, und in der V. Gruppe wird Stickstoff ($N$) durch Wismut abgelöst. Es gibt auch eine interessante Analogie: Verbindungen von Übergangsmetallen und Nichtmetallen in höheren Oxidationsstufen zeigen eine bemerkenswerte Ähnlichkeit (z. B. Kaliumpermanganat $KMnO_4$ ähnelt Kaliumperchlorat $KClO_4$).

Manchmal treten unerwartete Anomalien auf. Bis 1962 galten Edelgase mit einer Wertigkeit von Null als absolut inert. Dann wurde jedoch die erste chemische Xenon-Verbindung synthetisiert: Xenonhexafluoroplatinat ($XePtF_6$). Heute sind Dutzende von Xenon- und Kryptonverbindungen bekannt. Anomale, uncharakteristisch hohe Oxidationsstufen (+5 und +7) wurden auch für Schwermetalle entdeckt — es wurden entsprechende Goldfluoride gewonnen.

Kurz gefasst: Antworten auf Fragen zum Thema

Welche chemischen Elemente gehören zu den Mengenelementen (organogenen Elementen) im menschlichen Körper?

In lebenden Organismen entfallen 98 % der Zusammensetzung auf vier organogene Elemente: Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff.

  • Kohlenstoff (C) — gehört zu den organogenen Elementen
  • Sauerstoff (O) — gehört zu den organogenen Elementen
  • Stickstoff (N) — gehört zu den organogenen Elementen; ist ein struktureller Bestandteil von Proteinen, Nukleotiden und Coenzymen
  • Wasserstoff (H) — gehört zu den organogenen Elementen

Welche chemischen Verbindungen sind Edelgase wie Xenon und Krypton fähig zu bilden?

Es sind zahlreiche Verbindungen von Krypton und Xenon mit Fluor und Sauerstoff bekannt. Die erste chemische Xenon-Verbindung, die 1962 synthetisiert wurde, war Xenonhexafluoroplatinat.

  • Xenonverbindungen (Xe) — Verbindungen mit Fluor und Sauerstoff
  • Kryptonverbindungen (Kr) — Verbindungen mit Fluor und Sauerstoff
  • Xenonhexafluoroplatinat (XePtF6) — die erste chemische Verbindung von Xenon, synthetisiert 1962

Welche Elemente gehören im Periodensystem zu den Übergangsmetallen?

Im Periodensystem von Mendelejew befinden sich in jeder Periode 10 Übergangsmetalle, die zum d-Block gehören. Die Auffüllung des d-Unterniveaus beginnt nach den Erdalkalimetallen und s-Elementen und umfasst die Elemente von Scandium bis Zink einschließlich.

  • d-Block-Metalle (d-block) — Elemente mit sich auffüllendem d-Unterniveau
  • Elemente von Scandium bis Zink (Sc — Zn) — Übergangsmetalle der 4. Periode

Welche Oxidationsstufen kann Gold in seinen Verbindungen annehmen?

Gold gehört zur Gruppe IB, für die eine typische Oxidationsstufen von +1 angegeben wird. In der Literatur wird zudem das Beispiel von Gold(III)-chlorid aufgeführt sowie die Gewinnung von Goldfluoriden mit anomal hohen Oxidationsstufen von +5 und +7.

  • Oxidationsstufe +1 (+1) — typisch für die Gruppe IB
  • Oxidationsstufe +3 (+3) — ergibt sich aus dem Beispiel von Gold(III)-chlorid (AuCl3)
  • Oxidationsstufe +5 (+5) — anomal hohe Oxidationsstufe in Goldfluoriden
  • Oxidationsstufe +7 (+7) — anomal hohe Oxidationsstufe in Goldfluoriden

Welche chemischen Elemente fungieren als Kofaktoren in den aktiven Zentren von Enzymen?

Metalle als Kofaktoren stabilisieren die Konformation des aktiven Enzymzentrums, nehmen an Redoxreaktionen teil oder polarisieren chemische Bindungen.

  • Zink (Zn2+) — Carboanhydrase, Alkoholdehydrogenase, Peptidasen
  • Magnesium (Mg2+) — ATP-abhängige Enzyme, Phosphohydrolasen
  • Mangan (Mn2+) – Arginase, Superoxiddismutase
  • Eisen (Fe2+/Fe3+) – Cytochrome, Katalase, Peroxidasen, Aconitase
  • Kupfer (Cu2+) – Cytochrom c-Oxidase, Tyrosinase
  • Molybdän (Mo2+) – Xanthin-Dehydrogenase

Fragen aus Vorlesungen und Prüfungen

Worin besteht das Wesen der Analologiemethode beim Studium der Elementchemie?

Die Methode ermöglicht es, die chemischen Eigenschaften einer Verbindung vorherzusagen, wenn die Eigenschaften ihres Analogons in derselben Gruppe des Periodensystems bekannt sind (z. B. werden die Eigenschaften von Rubidium auf der Grundlage von Kalium vorhergesagt).

Worin unterscheiden sich Isotope voneinander?

Dies sind Varianten von Atomen desselben Elements, die sich nur in ihrer Masse unterscheiden, aber völlig identische chemische Eigenschaften aufweisen.

Stimmt es, dass Edelgase keine chemischen Reaktionen eingehen können?

Bis 1962 wurde dies genau so angenommen. Mittlerweile wurden jedoch zahlreiche stabile chemische Verbindungen von Krypton und Xenon mit Fluor und Sauerstoff synthetisiert.

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Was es zum Thema noch zu wiederholen gibt

  • Bestimmung von Element und Isotop auf der Grundlage des Atomkernbaus
  • Vergleichende Charakterisierung und chemische Verwandtschaft von Elementen innerhalb derselben Gruppe
  • Berechnung chemischer Äquivalente einfacher Stoffe
  • Ursachen für die Verstärkung metallischer Eigenschaften in Untergruppen von oben nach vollständigem

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Das Material wurde von Dozenten von WhiteCoat Pro nach dem Lehrplan medizinischer Hochschulen erstellt. Es hat Bildungscharakter.