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Psychiatrie

Kapitel 16. Somatische Störungen und Störungen physiologischer Funktionen als Manifestation psychischer Pathologie

6 Themen mit kurzer Übersicht: Definitionen, Kernfakten und Fragen aus den Seminaren.

In diesem Kapitel beleuchten wir den schmalen Grat zwischen Körper und Psyche. Der Abschnitt ist Zuständen gewidmet, bei denen Patienten über körperliches Unwohlsein, Schlaf-, Appetit- oder Sexualstörungen klagen, die wahre Ursache jedoch in einer psychischen Pathologie liegt. Hausärzte und Allgemeinmediziner sehen sich täglich mit solchen Patienten konfrontiert.

Das Material umfasst fünf Hauptthemen: klassische psychosomatische und somatoforme Störungen, Essstörungen sowie Schlafstörungen und sexuelle Dysfunktionen nichtorganischer Genese. Sie lernen, hinter somatischen Symptomen verborgene Depressionen, Ängste und neurotische Konflikte zu erkennen.

In praktischen Kursen und Prüfungen wird am strengsten die Differenzialdiagnostik abgefragt: wie man ein somatoformes Störungsbild sicher von einer echten somatischen Erkrankung unterscheidet. Häufige Prüfungsfragen sind zudem die diagnostischen Kriterien der Anorexia und Bulimia nervosa, Behandlungsalgorithmen für Patienten mit psychogener Insomnie sowie der Umgang mit hypochondrischen Beschwerden.

Themen des Kapitels

Häufige Fragen zu diesem Abschnitt

Worin besteht der Unterschied zwischen Simulation und Aggravation?

Bei der Simulation stellt eine Person eine Krankheit dar, die sie nicht hat. Bei der Aggravation liegt beim Patienten eine reale Erkrankung vor, er übertreibt jedoch absichtlich die Schwere seiner Symptome.

Wie unterscheidet man psychogenen Herzschmerz von echter Angina pectoris?

Psychogener Schmerz (bei Neurosen oder Depressionen) spricht nicht auf Nitroglycerin an, klingt jedoch nach der Gabe von Sedativa oder Validol ab.

Was ist die Besonderheit des Erbrechens bei erhöhtem intrakraniellem Druck?

Sie tritt plötzlich auf dem Höhepunkt der Kopfschmerzen auf und wird nicht von Übelkeit begleitet. Dies ist ein wichtiger Marker zur Unterscheidung einer organischen Läsion von anderen Zuständen.

Warum suchen Patienten bei maskierter Depression häufig Ärzte anderer Fachrichtungen auf?

Da die klassische depressive Verstimmung in den Hintergrund tritt und somatische Beschwerden (Schmerzen, Insomnie, Blutdruckkrisen) dominieren, werden Patienten jahrelang von Allgemeinmedizinern und Neurologen mit Fehldiagnosen wie vegetativ-vaskulärer Dystonie oder Osteochondrose behandelt.

Worin liegt der Hauptunterschied zwischen einer hysterischen Störung und einer Simulation?

Bei der Simulation verfolgt der Patient einen klaren Vorteil, um echten Schmerz zu vermeiden. Bei der Hysterie (und insbesondere dem Münchhausen-Syndrom) ist das Erdichtete zwecklos, das Verhalten ist maladaptiv und der Patient ist bereit, schmerzhafte invasive Eingriffe stoisch zu ertragen.

Worin unterscheidet sich das Münchhausen-Syndrom von einer gewöhnlichen Simulation?

Der Hauptunterschied liegt in der Zwecklosigkeit der Erfindung und der Bereitschaft des Patienten, schmerzhafte chirurgische und diagnostische Eingriffe ohne jeden materiellen Nutzen zu ertragen.

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